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Neulich im Fernsehen - Gutes Training ist kurz

Gutes Training ist kurz.

 

Egal ob Welpe oder erwachsener Hund, Tierschutz-Übernahme oder Senior: Hunde müssen im Zusammenleben mit uns Menschen viele Dinge lernen. Das beginnt bei den Grundkompetenzen im Alltag und geht weiter zu eventuellen sportlichen Betätigungen und geistiger Auslastung.


Bei den zahlreichen Angeboten und Beschäftigungsmöglichkeiten (egal ob in Hundeschulen oder zu Hause) ist eines sehr wichtig: „die Dosis macht das Gift“ Daher: kurze Trainingseinheiten, 2-3x über den Tag verteilt sind effektiver, schonender und bei weitem stressfreier, als 1-2h intensive Arbeit. Gerade dann, wenn man dem Hund neue Verhaltensweisen beibringen möchte.

 

Damit unser Vierbeiner neue Dinge möglichst rasch umsetzen kann und Lernen Spaß macht, empfiehlt sich ein Rhythmus von 1-2 min Training - 1-2 min Pause- 1-2 min Training und dann entweder Pause oder bereits Ende der Übungseinheit. Dies kommt nun ganz auf den Hund und die Übung an, welche Vorerfahrung der Vierbeiner bereits mitbringt und ob er bereits Beschwichtigungs- und/oder Stresssignale zeigt.

 

Es sollte nicht länger als 15 min am Stück (inkl. Pausen!) trainiert werden. Besucht man nun einen Hundeschulkurs, ist darauf zu achten, dass auch längere Pausen in den Einheiten eingehalten werden und es nicht zur Überforderung der Hunde kommt. Wenn der Hund „nichts mehr macht“, war es eindeutig zu viel.


Oberstes Gebot: Aufhören, wenn es am Schönsten ist! Funktionieren die Übungen einige Male besonders gut, sollte danach gleich eine Pause eingelegt werden.

 

Aber warum ist das so? Lernen erfolgt über die sogenannte „Lernkurve“. Auf einen raschen Anstieg der Kurve (=Trainingserfolg/Trainingsfortschritt) folgt immer mal wieder ein leichtes Abfallen – (hier wird neu Gelerntes gespeichert). Schließlich erreicht man ein stabiles Plateau der neu gelernten Verhaltensweisen.

 

Wird dem Hund zu viel zugemutet, gerät der Körper in eine Stresssituation, Stresshormone werden ausgeschüttet, die verschiedene Körperfunktionen beeinflussen. Befindet sich der Körper im Gleichgewicht und gibt es genügend Pausen, reguliert sich der Körper selbst. Bei stark vermehrter Cortisolausschüttung kann sich der Körper allerdings nicht mehr selbst regulieren und ist in erhöhter Alarmbereitschaft. Das bedeutet Reaktivität und Emotionalität statt Konzentration, Vernunft und Kognition.

 

Warum ist das so wichtig? Hat der Hund Stress, kann er nichts neues Lernen – die dafür verantwortlichen Vorgänge im Gehirn blocken sich gegenseitig.