Wie hängt das Verhalten mit der Gesundheit zusammen?

von Dr. Carina Kriegl

Tierärztin und Hundeverhaltensberaterin

Wenn Hundetrainer als Experten in Hundefragen konsultiert werden, dann sollten diese als seriöse und kompetente Hundetrainer und –verhaltensberater professionell agieren und die Hundebesitzer in allen

Punkten aufklären und unterstützen. Die meisten „Klienten“ suchen mit einem ganz bestimmten Problem (Hund reagiert aggressiv auf andere Hunde an der Leine, Hund läuft weg, sobald es zu donnern beginnt etc.) in Hundeschulen Hilfe, erwarten hilfreiche Tipps und Anleitungen zur Problemlösung. Nicht selten steht aber

einzig und allein dieses Problemverhalten im Focus des Besitzers, und sonstige Verhaltensmuster werden ausgeblendet bzw. gar nicht bewusst erkannt. Der Hundebesitzer äußert konkret den Wunsch, an diesem Problem arbeiten oder trainieren zu wollen. Hier ist es die Aufgabe von uns Hundetrainern, ja sogar unsere Pflicht, den „Fall“ ganzheitlich zu betrachten. Wurde dieses „Problemverhalten“ tatsächlich nur falsch erlernt oder stecken eventuell ganz andere Gründe dahinter?

 

Was meine ich konkret damit:

Jedes gezeigte Verhalten kann in einer gesundheitlichen Problematik begründet sein. Nicht nur kann, sondern ist dies tatsächlich auch meistens der Fall. In ganz vielen Fällen rühren die Verhaltensauffälligkeiten auch von gesundheitlichen Problemen (bis zu 80 %) her, sodass der Hund z.B. aufgrund von Ängsten, Unsicherheiten, die körperlich ausgelöst sein können, gar keine Möglichkeit hat, anders zu reagieren. Ebenso ist oftmals vermeintliches Aggressionspotential in der Unsicherheitsgenese beheimatet. Nicht zuletzt deshalb müssen wir uns den Hund und sein gesamtes Umfeld genauer ansehen, dürfen keinesfalls den Fehler begehen, mit einem Verhaltenstraining zu beginnen, ohne gewisse Abklärungen durchgeführt zu haben. Informationen zur Sozialisation, zu Alltagsabläufen, der Körpersprache in bestimmten Situationen (am idealsten machen wir uns darüber bei einem Kennenlernspaziergang selbst ein Bild), Bindungsverhalten zum Besitzer, Bewegungsmuster etc., um nur einige Fixpunkte zu nennen. In jedem einzelnen Punkt können sich Hinweise auf gesundheitliche Probleme zeigen, die wir selbstverständlich zur Sprache bringen sollten. Zum einen, um den Besitzer darüber aufzuklären/zu informieren, zum anderen um diesbezüglich eine tierärztliche Abklärung zu empfehlen.

Was soll abgeklärt werden und von wem? Durchaus eine schwierige Frage.

 

Was für mich als Tierärztin und Verhaltensberaterin selbstverständlich ist, muss eventuell bei manchen Kollegen gesondert eingefordert werden. Das Kernstück des tierärztlichen Checks ist die allgemeine klinische Untersuchung, um bereits Hinweise auf körperliche Symptome zu erhalten (z.B. Schmerzen am Bewegungsapparat, veränderte Schleimhäute, Herz-Kreislaufbeschwerden). Nicht selten liegen gerade bei älteren Hunden latente Schmerzempfindungen vor, die den Hund in seinem Wohlbefinden deutlich einschränken. Ein großer Blutcheck sollte meiner Meinung nach auch schon bei jungen Hunden ab und an gemacht werden, nicht zuletzt, um „schlummernde oder latente“ Erkrankungen aufdecken zu können. Haben wir es mit einem Hund zu tun, der unsicheres/ängstliches oder auch „aggressives“ Verhalten zeigt, ist eine Erweiterung des Blutchecks um ein Schilddrüsenprofil dringend zu empfehlen. Nahezu alle der gängigen Veterinärlabore bieten solche Schilddrüsenprofile an, die mehrere Werte (mind. die wichtigsten 4: T4, fT4, TSH, T3) beinhalten. Die Befunde sollten immer in Kombination mit dem klinischen Bild interpretiert werden. Viele Hunde zeigen zum Beispiel Schilddrüsenwerte im unteren Referenzbereich (d.h. noch im Normalbereich), aber eine ganz deutliche klinische Symptomatik, z.B. unerklärliches schreckhaftes Verhalten oder aggressive Muster. Andere Hunde wiederum haben klinisch kaum Auffälligkeiten, liegen mit ihren Werten aber unter dem Grenzwert. Bei derartigen Veränderungen können in der Regel weitere Werte (z.B. bestimmte Antikörperwerte) nachgefordert werden, sofern dem Labor genug Einsendematerial zur Verfügung steht. Veränderte Schilddrüsenwerte müssen nicht zwingend durch einer erkrankten Schilddrüse bedingt sein, sondern können auch primär in einer anderen Problematik begründet sein, die über kurz oder lang auch die Schilddrüse belastet. Dementsprechend ist auch hier wieder der ganzheitliche Blick gefordert, und es müssen mit unter weitere Parameter abgeklärt werden. Zum Beispiel eine röntgenologische Abklärung, ein Herzultraschall oder eine chiropraktische Untersuchung, um nur einige zu nennen. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, alle Einzelheiten der Abklärung oder jedes einzelne spezielle Verhalten, das gesundheitlich ausgelöst sein könnte, anzuführen.

 

Die Conclusio für uns als Hundetrainer sollte sein, bei jedem kleinen „Verdachtsmoment“ einen gesundheitlichen Check zu empfehlen, eventuell um „auf Nummer sicher“ zu gehen oder aber, um durch eine adäquate Behandlung durch den Tierarzt den sprichwörtlichen Fuß in die Tür zum Verhaltenstraining zu bekommen. Denn es wäre fatal - nahezu fahrlässig - den Hundebesitzer im Glauben zu lassen, an dem Problemverhalten mittels Training arbeiten zu können, obwohl dem gezeigten Verhalten eine gesundheitliche Störung zu Grunde liegt. Dies würde nämlich einer reinen Symptombekämpfung gleichkommen, die allerdings keineswegs das Grundproblem beseitigt. In Einzelfällen kann dies auch kurzfristig funktionieren, das grundlegende Problem „sucht“ sich häufig aber ein anderes Ventil. Daher kann ich als Tierärztin und Verhaltenstrainerin jedem Hundebesitzer einen Gesundheitscheck in regelmäßigen Abständen nahe legen. Wir Menschen können uns selbst dazu entscheiden, ob wir dies bei uns machen lassen, der Hund ist – wie alle anderen Individuen in unserer Obhut auch - auf unsere Initiative angewiesen.

 

Treffen Sie die richtige Wahl

Bei der Suche nach dem richtigen Hundetrainer sind verschiedene Faktoren von besonderer Bedeutung. Moderne Hundeerziehung zielt auf Wohlfühlen, Spaß und Belohnung beim Training ab. Es ist wichtig, erwünschtes Verhalten zu belohnen anstatt mögliches Problemverhalten zu bestrafen. So lernen Hunde, was sie tun sollen und bieten das gewünschte Benehmen öfter an, weil es sich für sie auch lohnt. Dieser freundliche und vertrauensvolle Umgang sollte auch in einem seriösen Hundetraining vermittelt werden. Die nun vorliegende neue Broschüre „So finden Sie die richtigen HundetrainerInnen“ informiert, was bei der Trainingsauswahl besonders wichtig ist.

 

Nein zur Gewalt im Hundetraining

Besonders die Nach- und Nebenwirkungen von falschem Hundetraining werden meist unterschätzt. Überholte Hundetrainingsphilosophien bauen leider darauf auf, den Hund unterzuordnen und ihn womöglich sogar durch Gewalt gefügig zu machen. Wird ein Training auf Basis solcher Methoden angeboten, gilt: „Finger weg!“. Die Broschüre „So finden Sie die richtigen HundetrainerInnen“ widmet sich auch diesem Thema - in der Heftmitte befindet sich ein herausnehmbares Poster, das den Unterschied zwischen überholten und modernen Methoden anhand von Grafiken anschaulich darstellt.

 

Die richtigen HundetrainerInnen finden
Neue Broschüre ab sofort bei Megazoo kostenlos erhältlich
Diese Broschüre ist ein Kooperationsprojekt von der Vereinigung Österreichischer HundeverhaltensTrainerInnen der Tierschutzombudsstelle Wien und VIER PFOTEN und kann auf den Internetseiten der Organisationen heruntergeladen werden. Außerdem liegt sie ab sofort in den Megazoo- Märkten in Wien-Stadlau und Brunn am Gebirge auf.
hundetrainerin_finden_voeht_megazoo.pdf
Adobe Acrobat Dokument 4.3 MB

Mit dem Hund in Wien

Wien bietet eine Fülle an Möglichkeiten, gemeinsam mit dem Hund wundervolle Momente zu genießen. In diesem Buch findet man alle Orte, die sich bei Schön- oder Schlechtwetter zum Spazierengehen eignen, erfährt, welche Lokale und Hotels hundetauglich sind und wo sich die besten Kraftplätze für Zwei- und Vierbeiner befinden. Ebenso viel Raum nimmt im Text nützliches Wissen rund um den Hund ein, man erhält beispielsweise zahlreiche wertvolle Tipps für gewaltfreie Trainingsmethoden und Ideen um den hündischen Partner artgerecht und Freude bringend auszulasten. Als Leckerli obendrauf gibt es jede Menge interessante und skurrile Hintergrundinfos zu heldenhaften Tieren, Flirttipps für Hund und Halter, Erste-Hilfe für Vierbeiner, Hundehoroskope, tierische Rezepte und vieles mehr.

 

Mag. Alexandra Wischall-Wagner


Hunderunde - Gespräche und Gedanken über Hunde und Menschen

Monatliche Radiosendung von Karin Immler mit interessanten GesprächspartnerInnen rund um das Leben mit Hund(en).

Live auf der Radiofabrik 107,5 oder per Livestream immer am 2. Mittwoch im Monat um 12:08 Uhr und am 2. Donnerstag im Monat um 19:06 Uhr. Nachhören ebenfalls über die Radiofabrik oder über den Hunderunde Blog.



Tierschutzpreis 2014

Die Pressesprecherin der VÖHT, Sunny Benett, hat Ihre Arbeit über televisiertes Hundetraining  für den Österreichischen Bundestierschutzpreis 2014 eingerecht - und gewonnen!!!

Zum Bericht.

 

Eingereicht werden konnten alle Aktivitäten, Initiativen oder Arbeiten von Einzelpersonen aus dem Bereich der Nutztiere, der Haus- und Heimtiere und der Wildtiere.

 

Die Jury bestehend aus Dagmar Schratter (Direktorin des Tiergartens Schönbrunn), Josef Troxler (Vorstand des Instituts für Tierhaltung und Tierschutz der Veterinärmedizinischen Universität Wien), Susanne Fromwald (Vorsitzende des Tierschutzrats), "Krone"- Tierexpertin Maggie Entenfellner und Helmut Dungler (Stiftungspräsident "Vier Pfoten") hat am 18. September 2014 in der Orangerie des Tiergartens Schönbrunn den Preis an 5 der insgesamt 10 Nominierten vergeben.

 

Die VÖHT gratuliert Sunny Benett zu dieser wunderbaren Anerkennung ihrer Arbeit!

 


 

TV-Training kritisch betrachtet - Der Folder

TV-Training kritisch betrachtet
Dieser Folder wurde von Sunny Bennet gestaltet und ist in Zusammenarbeit mit der VÖHT, Vier Pfoten und dem Tierschutzverein Tierfreunde entstanden.
TV-Training kritisch betrachtet.pdf
Adobe Acrobat Dokument 270.0 KB

Warum Zwang nicht der richtige Weg ist

Gespräch mit VÖHT-Präsidentin Mag. Iris Schöberl, September 2014
Lernen unter Druck führt weder Mensch noch Hund zum gewünschten Erfolg. Durch Zwang vermittelte Lerninhalte können nicht vertieft werden und fördern sowohl Angst als auch Stress. Ein geeigneter Hundetrainer muss darum mit viel Sorgfalt ausgewählt werden.
Pannonische September 2014.pdf
Adobe Acrobat Dokument 1.8 MB

Eine wissenschaftliche Betrachtung zum Thema

Warum wir unsere Hunde vertrauensvoll integrieren und nicht mittels Strafe erziehen sollten
Hundeerziehung aus der Sicht der Verhaltensbiologin, Hundeverhaltensberaterin und VÖHT-Präsidentin Mag. Iris Schöberl
Schöberl 2014_zum Umgang mit unseren Hun
Adobe Acrobat Dokument 154.1 KB

Tausche Ticket gegen Training

Haben Sie nach dem Besuch der Show eines berühmten TV-Hundetrainers noch Fragen? Gibt es Unklarheiten oder sind Sie unsicher, welchen Weg Sie bei der Erziehung Ihres Hundes gehen sollen. Dann nützen Sie die Gelegenheit und tauschen Sie Ihr - benütztes - Ticket gegen eine kostenlos Trainingsstunde bei einer qualifizierten Fachperson für Hundetraining ein. Hier geht es zum Download für den Gutschein. Auf dieser Seite finden Sie außerdem die Liste der kompetenten HundetrainerInnen, die Sie gegen Vorlage des Gutscheins (und Ihres Tickets) gerne kostenlos beraten.

Auch in Salzburg regt sich Unmut

Ist ein Hund, der sich nicht rührt, entspannt?!
VÖHT-Vizepräsidentin Karin Immler spricht mit den Salzburger Nachrichten über die Gefahren, die von Trainingsmethoden ausgehen können, wie sie in verschiedenen TV-Formaten gezeigt werden.
SN Interview.pdf
Adobe Acrobat Dokument 3.5 MB

Die VÖHT bezieht offiziell Stellung

Die moderne Hundeerziehung ist in Gefahr!

Zur Zeit bestehen unüberhörbare Tendenzen, uns ins tiefste Mittelalter von Dominanztheorie und Rangordnungskämpfen zurück zu führen. Die VÖHT hat es sich daher auch zum Ziel gesetzt, 

die Öffentlichkeit und auch die Medien über moderne Hundeerziehung zu informieren.

VÖHT warnt vor Hundeflüsterern
Dieses Schreiben richtete die VÖHT an die Tierschutzombudsstelle Wien um offiziell auf die Gefahren hinzuweisen, die von manchen Hundeflüsterern ausgehen.
VÖHT Stellungnahme Hundeflüsterer.pdf
Adobe Acrobat Dokument 170.7 KB

Von Hundeflüsterern und anderen selbsternannten Hundeprofis

Unter Flüsterern versteht man gemeinhin Menschen, die besonders sensibel und empathisch auf ihr Gegenüber zugehen. Die besonders feinfühlig für „Zwischentöne“ sind und die kleinen Signale nicht nur erkennenen sondern auch anerkennenen. Mitunter versteckt sich jedoch hinter diesem Begriff das absolute Gegenteil! Und so mancher Hundeflüsterer gleicht eher einem ungehobelten Poltergeist.

 

Es ist jedermanns Recht, Fortbildung und Weiterentwicklung wahrzunehmen oder eben nicht. Wer allerdings im Fernsehen als der große Kenner und Könner gehandelt wird, sollte sich seiner Verantwortung und Vorbildwirkung bewusst sein und ist unserer Meinung nach verpflichtet, sich weiter zu bilden und sein Wissen auf dem neuesten Stand zu halten.

 

Für Fernsehsender zählt Quote nicht Qualität! Und so werden Ratgeber-Sendungen ausgestrahlt, deren Inhalte moralisch ethisch und fachlich äußerst bedenklich sind. Wundertätige Gurus sind selten!. Und so empfehlen wir bei der Konsumation derartiger Fernsehsendungen Hausverstand und Bauchgefühl zu Wort kommen zu lassen und sich nicht von plakativen Überschriften täuschen zu lassen.

 

Die VÖHT rät davon ab, im Fernsehen gezeigte Inhalte nachzuahmen und bei der Anwendung von Methoden daran zu denken, ob man selbst so behandelt werden möchte! Denn auch Tiere empfinden Schmerz und Leid. Vor allem sind die Konsequenzen gewisser Methoden, die im Fernsehen leider gezeigt werden nicht abschätzbar und mitunter schwerwiegend für Hund und Mensch.

Die "Österreich" bringt das "Große Hundetrainingsalbum"

"Das Große Hundestickeralbum" mit Trainingstipps in der "Österreich"
Die Zeitschrift "Österreich" bringt Trainingstipps zur Erziehung von Familienhunden. Lesen Sie hier die Stellungnahme der VÖHT
VÖHT Stellungnahme Hundeflo, Österreich
Adobe Acrobat Dokument 196.5 KB
Gefährliche Trainingstipps
Die Pressesprecherin der VÖHT, Sunny Benett, Akademisch geprüfte Kynologin, kommentiert die Trainingstipps im Stickeralbum der "Österreich"
VÖHT Kommentar Hundestickeralbum Österre
Adobe Acrobat Dokument 149.6 KB
Cafe Puls “Die perfekte Hundeerziehung”
Die Idee war gut, die Ausführung nicht so sehr. Hier lesen Sie die offizielle Stellungnahme der VÖHT, die als Reaktion auf eine Sendung im Frühstücksfernsehen entstanden ist. Der betreffende Bericht ist inzwischen "leider" online nicht mehr aufrufbar.
VÖHT Stellungnahme Hundeflo, Cafe Puls.p
Adobe Acrobat Dokument 204.9 KB
Woman, März 2014 „Symi ist ein süßer Schlingel“
Die unterschiedlichsten Medien beschäftigen sich neuerdings mit dem Thema "Hundeerziehung". So sehr wir die Themenwahl begrüßen, so sehr distanzieren wir uns von den Aussagen, die in dem Bericht "Symi ist ein süßer Schlingel" zu diesem Thema gemacht wurden.
VÖHT Stellungnahme Hundeflo, Woman.pdf
Adobe Acrobat Dokument 203.5 KB

Save the date!