Hund mit Handicap

Was können Sie sonst noch tun?

Bildquelle: © Blind Dog Linus - Mag. Alexandra Wischall-Wagner
Bildquelle: © Blind Dog Linus - Mag. Alexandra Wischall-Wagner

Sollten Sie erwägen, einen Hund zu adoptieren, schließen Sie beeinträchtigte Tiere bitte nicht gleich von vorneherein aus. Informieren Sie sich genau über die Ursachen und den erwarteten Verlauf der Behinderung. Erfahrene Tierärzte und Hundeverhaltenstrainer stehen Ihnen hierbei bestimmt vor, während und nach der Adoption gerne zur Seite. Auch wenn Sie selbst sich nicht vorstellen können, einem beeinträchtigten Tier ein zu Hause zu geben, verurteilen Sie bitte auch niemanden, der sich dazu entschließt, dies zu tun. 

Begegnen Sie beim Spazierengehen einem Mensch-Hund-Team, dessen tierischer Teil ein Ihnen seltsames Verhalten zeigt, weichen Sie bitte möglichst großräumig aus. Viele Behinderungen sind auf den ersten Blick nicht gleich ersichtlich. Besonders blinde und taube Hunde können durch plötzliche Konfrontation sehr erschrecken. 

Bitte vermeiden Sie auch dem Hundehalter gegenüber Belehrungen oder gut gemeinte Tipps zu geben. Ein nettes Lächeln oder ein liebes Wort über den Hund werden diesen ganz bestimmt mehr erfreuen. Erklären Sie Ihren Kindern, dass es auch Tiere mit Beeinträchtigungen gibt. Kein Besitzer eines solchen Hundes wird Ihnen böse sein, wenn Sie das Handicap ansprechen und dem kleinen Menschen erklären, dass auch manche Vierbeiner besondere Bedürfnisse haben. Von Auslachen oder mitleidsbasierten Streichelorgien halten Sie Ihr Kind jedoch bitte ab.

 

Trainieren Sie eigene Hunde schon von klein an mittels Hör- und Sichtzeichen. Lässt im Alter einer der Sinne langsam – oder auch rascher – nach, können Sie beruhigt mit den Signalen für den noch gut funktionierenden Sinn weiter üben. 

 

Für jede Art der Beeinträchtigung gilt: bitte stellen Sie Ihren Hund nicht auf das Abstellgleis. War er bisher voll im Familienverband integriert und immer freudig bei der Sache wird er es nicht verstehen warum er plötzlich nur noch geschont und bemitleidet wird. Gönnen Sie sich – und Ihrem Tier – nach wie vor Hobbies und Unternehmungen die Spaß machen. Selbstverständlich an die jeweiligen und besonderen Bedürfnisse angepasst und um Sicherheit bemüht. Sie werden weiterhin gemeinsam wachsen.