Der alte Hund


Geistig fit bleiben – wichtig für Hund und Mensch

Geistig fit bleiben ist auch für Hunde wichtig und gar nicht so aufwendig und schwierig wie es sich vielleicht anhört. Schon der tägliche Spaziergang fördert das Hirn. 

 

Laubhaufen, Rindenmulch, vom Baum gefallene Äste, Baumstämme – all das bietet sich an, um ausgiebig abgeschnüffelt zu werden. Schnüffeln bedeutet ganz viel Input fürs Hirn, viele neue Informationen, die der Hund verarbeiten muss. 

Bildquelle: Margot Wallner
Bildquelle: Margot Wallner

Schnüffeln ist zudem eine Beschäftigung, die Hunde auch im Alter gut und ausgiebig machen können – vor allem auch, weil der Geruchssinn selten an Intensität verliert. Schnüffeln geht übrigens auch im Liegen gut, wenn die Gelenke nicht mehr so mitmachen – mitgebrachte Blätter, Baumrinde und kleine Äste bieten auch zuhause großartige Stimulation fürs Hirn. 

 

Zusätzlich fördern kleine Denkaufgaben und Schnüffelspiele den Hund auch zuhause geistig. Wichtig ist hier zu beachten, dass alte Hunde oft schneller an Konzentrationsvermögen verlieren – kurze Aufgaben, die der Hund allein und erfolgreich löst, eignen sich besonders. Dies soll nicht heißen, dass der Mensch dem Hund nicht helfen soll, wenn er eine Aufgabe nicht allein bewältigen kann, sondern dass die Aufgaben so gewählt werden, dass die Hilfe nicht in Anspruch genommen werden muss. 

 

Leckerlis aus Klorollen auspacken, einen Teppich aufrollen und ein Stück getrocknete Hühnerbrust finden, den Schnüffelteppich absuchen, sind einfache und erfolgsversprechende Aufgaben für jeden Hund. 

 

Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt, gerade weil die Hundenase bis ins hohe Alter vielseitig einsetzbar ist und viele Dinge auch ohne viel Bewegung möglich sind. Es bietet sich zum Beispiel an, mit dem Hund an der Unterscheidung verschiedener Gerüchen zu arbeiten. Auch „Vokabel lernen“, also verschiedene Worte für verschiedene Gegenstände, die der Hund auseinanderzuhalten lernt, macht vielen Hunden Spaß.

 

Daneben gibt es auch eine Vielzahl von Geschicklichkeitsspielen, wie zum Beispiel nach Spielzeug oder Futter zu angeln – also Dinge unter niedrigen Hockern oder Regalen vorzuziehen –, die ohne viel Aufwand zuhause gemacht werden und die die grauen Zellen in Schwung halten. 

 

Da unsere Hunde durch die gute medizinische Versorgung immer älter werden können, ist Altersdemenz – auch kognitives Dysfunktionssyndrom genannt – ein Thema, mit dem sich Besitzerinnen von alten Hunden auseinandersetzen müssen. Das Wissen darum ist zwar noch nicht weit verbreitet, es rückt aber immer mehr ins Bewusstsein von Halterinnen und Tierärztinnen. Die Anzeichen, dass ein Hund an Demenz erkrankt ist, sind ähnlich wie bei einem an Alzheimer erkrankten Menschen – Vergesslichkeit und Verwirrtheit, Unruhe, Nachtwandern, Unsicherheit und Anhänglichkeit. Eine Demenzerkrankung kann nicht rückgängig gemacht werden und auch nicht aufgehalten, aber wie schnell sie voranschreitet ist durch unterstützende Maßnahmen beeinflussbar – die Förderung der geistigen Fitness ist dabei als besonders wichtig zu erachten. Zusätzlich haben beruhigende Düfte, Nachtlichter und die Nähe zu ihrem Menschen positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden des Hundes. 

Bildquelle: Tanja Hofer
Bildquelle: Tanja Hofer

Was uns alte Hunde lehren können

Alte Hunde bereichern unser Leben auf eine Art, die unbeschreiblich wertvoll ist. Sie sind eigenwillig liebenswert. Sie erfüllen uns mit Vertrautheit und bereiten uns schlaflose, sorgenvolle Nächte, aber vor allem lehren sie uns Freude an kleinen Dingen, wie unglaublich wichtig Langsamkeit und wie wertvoll jeder Lebensmoment ist.