Der gesunde Hund


Der gesunde Hund durch gesunde Ernährung

© Dr. Carina Kriegl
© Dr. Carina Kriegl

Gesunde Ernährung liegt voll im Trend – nicht nur bei uns Menschen, sondern auch für unsere vierbeinigen Begleiter. 

Viele Hundebesitzer sind auf der Suche nach der optimalen Hundefütterung, sind teilweise ratlos und verwirrt, aufgrund der Angebotsflut in den Regalen. Zusätzlich überfordernd sind die zahlreichen Mythen und Glaubensrichtungen, die sich in den letzten Jahren in der Hundewelt manifestiert haben. Anhänger der BARF-Fütterung, Verfechter der getreidefreien Fütterung oder Liebhaber von kaltgepressten Futtermitteln – um hier nur einige zu nennen - schwören regelrecht auf ihre Anschauungen.

 

Gleich vorweg – es gibt viele verschiedene Möglichkeiten (von Trockenfutter bis Rohfütterung) den Hund gesund zu ernähren. Die unterschiedlichen Varianten sollten so gewählt werden, dass diese optimal zu Ihnen und zu Ihrem Hund passen. 

 

So macht es beispielsweise wenig Sinn, einem Hundebesitzer dessen Sortiment an frischen Lebensmitteln im Haushalt 2 Bananen pro Woche nicht übersteigt, einen ausgeklügelten Barfplan für den Hund zu erstellen. Früher oder später würde ein solches Vorgehen zu unausgewogenen Rationen für den Hund und zu Stress beim Besitzer führen. Damit wären wir auch schon beim größten Problem des Barfens oder der Rohfütterung. Viele Halter gehen nicht sachgerecht bzw. ausgewogen vor, was über kurz oder lang eine Über- oder Unterversorgung mit Nährstoffen bedingen kann. 

Selbstverständlich essen wir selbst auch nicht tagtäglich nach einem vorgefertigten Ernährungsplan, eine Orientierung an einem ausgewogenen, nährstoffreichen Ernährungsplan kann jedoch in keinem Fall falsch sein. Sollten Sie daher mit dem Gedanken spielen, Ihren Hund so natürlich wie nur möglich zu ernähren, verzichten Sie bitte nicht auf die Erstellung eines Ernährungsplanes. 

 

Es gibt mittlerweile einige auf dieses Gebiet spezialisierte Tierärzte und weitere Expertinnen, die nach wissenschaftlichen Grundlagen ausgebildet wurden. Ein Ernährungsplan stellt sicher, dass alle Makro- und Mikronährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis je nach Bedarf des Hundes gefüttert werden und es so zu keiner Imbalance in der Versorgung kommt. Hierzu ist es wesentlich, dass dieser auch auf das jeweilige Alter des Hundes, die Bedürfnisse (Aktivitäten) und Befindlichkeiten (z.B. Unverträglichkeiten, Krankheiten) abgestimmt wird.

 

Unabhängig von der Futtermittelwahl ist die Ernährung gerade bei wachsenden Hunden die wichtigste Grundlage für ein gesundes Knochenwachstum. Fütterungsfehler können bei großen Rassen schwerwiegende und lebenslange Folgen haben. Weiters essentiell für eine gesunde Entwicklung der Hunde ist eine angemessene Wachstumsgeschwindigkeit. Wenn Welpen zu schnell wachsen, kann dies zu Störungen der Skelettentwicklung und damit auch zu folgenschweren Erkrankungen führen. Der entscheidende Faktor hierbei ist die Energiezufuhr. Je mehr ein Welpe an Energie zugeführt bekommt, desto schneller wächst er. Erhöhte Energiezufuhr erkennt man in den seltensten Fällen an wachsenden „Speckröllchen“ beim Welpen, sondern NUR an einem schnelleren Wachstum. Er „schießt“ sozusagen regelrecht in die Höhe und sieht dabei eher dünn und schlaksig aus.

Um das ideale Wachstum zu kontrollieren bzw. zu überwachen, sind sogenannte Wachstumskurven, also die regelmäßige Kontrolle des Gewichtes (z.B. 1x wöchentlich), wichtig. Nur so kann schnell reagiert und gegengesteuert werden. Ein Landseer-Welpe mit zu erwartendem Endgewicht von 60 kg, sollte beispielsweise am Ende des 1. Lebensjahres max. 80 % seines Endgewichtes erreicht haben.  

 

Bei sogenannten Alleinfuttermitteln (Trocken- oder Feuchtnahrung) muss der tägliche Nährstoffbedarf vollständig gedeckt sein. Dies wird vom Hersteller auf den jeweiligen Verpackungen angegeben. Vergleicht man die Etiketten beider Futtermittel, scheint es so, als würde Trockenfutter mehr Eiweiß als Feuchtfutter enthalten. Dies kann aber aufgrund des unterschiedlichen Wassergehaltes nicht 1:1 miteinander verglichen werden. 

Neben den Alleinfuttermitteln gibt es noch sogenannte Ergänzungsfuttermittel, welchen meistens keine zusätzlichen Mineralstoffe und Vitamine zugesetzt wurden. 

Abschließend nun noch ein Kommentar zum Trend der kaltgepressten Futtermittel: ganz so „kalt“ ist die Herstellung auch nicht möglich, denn es werden Temperaturen von ca. 60 Grad erreicht, die alleine durch den Druck und die Reibung vom Mahlen oder Trocknen entstehen. Im Gegensatz zum klassischen Trockenfutter wird „kaltgepresstes“ Futter nicht nochmals erhitzt, sondern die getrockneten und gemahlenen Zutaten miteinander gemischt.

 

Zusammenfassend kann man festhalten, dass es Sinn macht, sich über eine ausgewogene Ernährung des Vierbeiners Gedanken zu machen. Vor allem wenn diese selbst zu bereitet oder zusammengestellt wird, ist eine fundierte Ernährungsberatung zu empfehlen.