Der alte Hund


Bedürfnisse von alten Hunden

Bildquelle: Margot Wallner
Bildquelle: Margot Wallner

Ruhebedürfnis im Alter

Das Ruhebedürfnis steigt bei Hunden im Alter wieder. Allgemein gilt, dass erwachsene Hunde ungefähr zwischen 17 und 20 Stunden am Tag schlafen und ruhen sollten. Dies darf bei alten Hunden durchaus noch höher angenommen werden. Im Gegensatz zu sehr jungen Hunden fordern ältere Hunde oftmals ihre Ruhepausen selbst ein. Es ist wichtig, dies als Hundehalterin auch wahrzunehmen. Der Hund möchte vielleicht auch nicht mehr überall hin mitgenommen werden – den dritten Restaurantbesuch in einer Woche findet er nicht mehr erstrebenswert, selbst wenn er in jungen Jahren begeistert dabei war. Er würde vielleicht lieber am Sofa mit seinem Menschen einen langweiligen Film anschauen und den Bauch gekrault bekommen.

 

Bedürfnis nach Sozialkontakt

Generell sollten alte Hunde auch weiterhin die Möglichkeit bekommen, Sozialkontakte zu Menschen und Hunden zu haben, wenn sie dies möchten. Alte Hunde wirken manchmal zwar sehr zerbrechlich, aber im Normalfall sind sie es nicht in dem Maße, wie wir Menschen uns dies einbilden. 

 

Wichtig ist darauf zu achten, dass die Hundebesitzerin fremden Menschen mitteilt, wie sie sich dem Hund gegenüber verhalten sollen. Hunde, die schlecht sehen, können sich bei schnellen Bewegungen erschrecken, taube Hunde vor für sie plötzlich auftauchenden Menschen und wenn die Gelenke schmerzen, wird vielleicht nicht jede Berührung als angenehm empfunden.

 

Selbiges gilt auch für die Begegnung und die Kontaktaufnahme mit Hunden – allzu wildes Anrempeln beim Spielen ist höchstwahrscheinlich nicht im Sinne des alten Hundes, aber ein gemeinsamer Schnüffelspaziergang kann verbindend sein. Und auch junge Hunde profitieren vom Kontakt mit alten Hunden.

 

Viele alte Hunde lieben auch Bewegungsspiele und ihre Menschen sollten diese nicht per se verbieten, aber ein wachsames Auge auf die Spielenden haben. 

 

Alte Hunde sollen sich auf ihre Menschen verlassen können, dass sie ihnen hilfreich zu Seite stehen und ihre Umwelt auf ihre Bedürfnisse aufmerksam machen, wenn sie es vielleicht selbst nicht mehr so gut können. Und sie auch frühzeitig aus Situationen herausnehmen, die sie nicht bewältigen können oder die ihnen schaden könnten. Was sie nicht benötigen, sind eine Käseglocke und Abschottung.

 

Bedürfnis nach Bewegung

Auch wenn alte Hunde keine stundenlangen Spaziergänge mehr mögen, ist es doch wichtig, dass sie ihrem körperlichen Vermögen angepasst Bewegung machen. Körper, die nicht mehr bewegt werden, bauen Muskeln und Beweglichkeit ab, was wiederrum dazu führt, dass der körperliche Verfall viel schneller voranschreitet. Neben dem positiven Effekt auf den Körper, hat Bewegung auch ganz viel Einfluss auf die Psyche des Hundes – Schnüffeln, die Welt entdecken, den Wind und die Sonne auf der Nase spüren, sind auch für alte Hunde wichtig.

 

Eine gute Mischung zwischen alt bekannten Runden – diese Sicherheit geben – und kleinen Abenteuern in neuer Umgebung – die den Geist flexibel halten – macht alten Hunden Spaß, überfordern sie nicht, aber fördern sie. 

Bildquelle: Margot Wallner
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Bewegung sollte für alte Hunde vermehrt auf eher weichem Untergrund stattfinden. Die Runde um den Häuserblock stellt wahrscheinlich kein großes Problem für alte Gelenke dar, aber stundenlanges Spazieren auf hartem Boden kann den Gelenken schon zusetzen. Waldboden und Wiese sind wesentlich gelenksschonender und bieten zusätzlich die Möglichkeit, dass durch den unebenen Boden der Körper ständig an seinem Koordinationsvermögen und am Gleichgewichtssinn arbeitet - gute Übungen für den so wichtigen Muskelerhalt beim täglichen Spaziergang inklusive.

 

Zusätzlich wird der Hund auch durch kleine Übungen gefördert, damit er körperlich fit bleibt. Hier eignen sich Balance- und Koordinationsübungen, die nicht nur auf den Spaziergängen eingebaut werden, sondern auch zuhause ausführbar sind, weil keine aufwendigen Hilfsmittel benötigt werden. Empfehlenswert ist, sich mögliche Übungen von qualifizierten Trainerinnen zeigen zu lassen, bevor man mit dem Hund zu trainieren beginnt.